Lobby Blog
Montag, Juli 04, 2005
  Wer erstellt die Gesetzentwürfe?
In Deutschland ist die Exekutive wesentlich an der Gesetzgebung beteiligt. Etwa zwei Drittel der Gesetzentwürfe werden von der Bundesregierung eingebracht. Das ist in den USA völlig anders. Dort ist es dem Präsidenten formal nicht einmal möglich, selbst Gesetzentwürfe in den parlamentarischen Beratungsprozess in Washington einzubringen.

Das spiegelt sich auch in der Arbeit der Abgeordneten wieder. Während ein Bundestagsabgeordneter in der Regel keinen einzigen Gesetzentwurf erarbeitet, legt jedes Senatsmitglied in den USA in einer Legislaturperiode um die 33 Gesetzentwürfe vor, jedes Mitglied des Repräsentantenhauses kommt immerhin auf 14. Diesen enormen Arbeitsaufwand kann ein Abgeordneter natürlich nicht alleine bewältigen. Daher ist noch ein weiterer Unterschied zwischen dem deutschen und dem US-System zu beobachten: Die Zahl der persönlichen Mitarbeiter variiert deutlich. Während ein Bundestagsabgeordneter im Schnitt drei Mitarbeiter hat, kommt jedes Mitglied des Repräsentantenhauses auf bis zu 20 Angestellte. Pro Senator arbeiten im Schnitt sogar 40 Mitarbeiter, wobei Senatoren von großen Einzelstaaten, wie Kalifornien, durchaus auf 100 Helfer kommen können.

Das wirkt sich natürlich auch auf das Lobbying aus. Ein Lobbyist hat es Deutschland theoretisch leichter, auf einen Abgeordneten persönlich Einfluss zu nehmen. Dafür hat der deutsche Parlamentarier nicht so viel Einfluss auf ein Gesetzesvorhaben. Denn dieses wird ihm meist fertig ausgearbeitet von der Exekutive übermittelt. In den USA hat ein persönlicher Kontakt des Lobbyisten zum Abgeordneten mehr Einfluss, da der Abgeordnete den Gesetzesentwurf erstellt. In Washington wird der Parlamentarier jedoch von einer großen Zahl von Mitarbeitern abgeschirmt.


Siehe hierzu bitte auch den Blog-Beitrg vom 11. April 2005: Vorsprung der Lobbyisten.
 




<< Home

Lobby Blog versucht objektiv über Lobbying zu berichten.

Siehe auch: LobbyBlog bei Twitter

Fragen, Anregungen und Kritik sind willkommen unter: oherrma(at)gmx.de.

ARCHIVES
Februar 2005 / März 2005 / April 2005 / Mai 2005 / Juni 2005 / Juli 2005 / August 2005 / September 2005 / Oktober 2005 / November 2005 / Dezember 2005 / Januar 2006 / Februar 2006 / März 2006 / April 2006 / Mai 2006 / Juni 2006 / Juli 2006 / August 2006 / September 2006 / Oktober 2006 / November 2006 / Dezember 2006 / Januar 2007 / Februar 2007 / März 2007 / April 2007 / Mai 2007 / Juni 2007 / Juli 2007 / August 2007 / September 2007 / Oktober 2007 / November 2007 / Dezember 2007 / Januar 2008 / Februar 2008 / März 2008 / April 2008 / Mai 2008 / Juni 2008 / Juli 2008 / August 2008 / September 2008 / Oktober 2008 / November 2008 / Dezember 2008 / Januar 2009 / Februar 2009 / März 2009 / April 2009 / Mai 2009 / Juni 2009 / Juli 2009 / August 2009 / September 2009 / Oktober 2009 / November 2009 / Dezember 2009 / Januar 2010 / Februar 2010 / März 2010 / April 2010 / Mai 2010 / Juni 2010 / Juli 2010 / August 2010 / September 2010 / Oktober 2010 / November 2010 / Dezember 2010 / Januar 2011 / Februar 2011 / März 2011 / April 2011 / Mai 2011 / Juni 2011 / Juli 2011 / August 2011 / September 2011 / Oktober 2011 / November 2011 / Dezember 2011 / Januar 2012 / Februar 2012 / März 2012 / April 2012 / Mai 2012 / Juni 2012 / Juli 2012 / August 2012 / September 2012 / Oktober 2012 / November 2012 / Dezember 2012 / Januar 2013 / Februar 2013 / März 2013 / Juli 2013 / September 2013 / Oktober 2013 / November 2013 / Dezember 2013 / Januar 2014 / Mai 2014 / Juni 2014 / Juli 2014 / August 2014 / September 2014 / Oktober 2014 / November 2014 / Dezember 2014 / Januar 2015 / Februar 2015 / März 2015 /


Powered by Blogger